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Jac Leirner erhält den Wolfgang-Hahn-Preis 2019

2019 zeichnet die Gesellschaft für Moderne Kunst mit Jac Leirner zum ersten Mal in der Geschichte des Preises eine südamerikanische Künstlerin mit dem Wolfgang-Hahn-Preis aus. Jac Leirner, 1961 in São Paulo geboren, verfolgt mit ihrer Arbeit seit vielen Jahren eine subtile Analyse von Gesellschafts- und Repräsentationssystemen. Eine wichtige Rolle spielen dabei gefundene, oft industriell hergestellte Alltagsobjekte, aus denen sie nach den Prinzipien des Sammelns, Akkumulierens und Klassifizierens, Installationen, Collagen und Skulpturen schafft. So entstehen dichte, oft minimalistische Arbeiten, die mit den ästhetischen, repräsentativen und soziokulturellen Bedeutungsebenen der Objekte spielen. Durch die Auszeichnung einer südamerikanischen Künstlerin für ihr international relevantes Œuvre wird der westliche Blick geweitet für das globale zeitgenössische Kunstgeschehen. Leirners Schaffen an der Schnittstelle von Minimalismus, Konzeptualismus und Institutionskritik ist eine konsequente Weiterentwicklung der Sammlung des Museum Ludwig.

Jac Leirners Werk Museum Bags (1985/2019) wird von der Gesellschaft für Moderne Kunst anlässlich der Verleihung des Preises für die Sammlung des Museum Ludwig erworben und im Kontext der ständigen Sammlung präsentiert. Die Arbeit besteht aus gewöhnlichen Plastiktüten, die die Künstlerin in verschiedenen Museumsshops erworben hat. Die Tüten, die normalerweise vom Besucher benutzt werden, um ein Souvenir vom öffentlichen Museum in den Privatraum zu befördern, werden hier zu einer großflächigen Collage, zum Bild. Anfang September 2019 wird anlässlich des Preises außerdem eine Publikation in Zusammenarbeit mit der Künstlerin erscheinen, herausgegeben von der Gesellschaft für Moderne Kunst.

Mit der Auszeichnung sollen vorrangig zeitgenössische Künstler*innen geehrt werden, die sich in der Kunstwelt durch ein international anerkanntes Œuvre bereits einen Namen gemacht haben, in Deutschland aber noch nicht so bekannt sind, wie sie es verdienen. Das Preisgeld in Höhe von maximal 100.000 Euro setzt sich aus den Beiträgen der Mitglieder zusammen und fließt in den Erwerb eines Werks oder einer Werkgruppe der Künstler*in zugunsten der Sammlung des Museum Ludwig. Mit dem Preis verbunden ist eine vom Museum Ludwig organisierte Ausstellung mit Arbeiten der Preisträger*in sowie die Herausgabe einer begleitenden Publikation.

Die Ausstellung mit Werken von Jac Leirner ist vom 10. April bis 21. Juli zu sehen.
-->www.museum-ludwig.de

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Abbildung: Courtesy Jac Leirner, © Foto: Gesellschaft für Moderne Kunst/Frank Schoepgens, 2019

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