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Emilija Škarnulytė erhält den GASAG Kunstpreis 2022

Emilija Škarnulytė (*1987 in Vilnius, Litauen) erhält den GASAG Kunst- preis 2022. Die Künstlerin und Filmemacherin befasst sich unter ande- rem mit Fragen der Zivilisationsgeschichte, Ökologie, Geologie sowie der Meeres- und Klimaforschung. Für ihre suggestiven, komplexen Videoinstallationen filmt sie an dystopisch wirkenden Orten, z.B. an einem ehemaligen U-Boot-Stützpunkt am Polarkreis in Norwegen, in stillgelegten sowjetischen Atomreaktoren oder Radaranlagen. Oder sie filmt in wissenschaftlichen Einrichtungen wie im Large Hadron Collider am Europäischen Kernforschungszentrum CERN bei Genf.

Seit jüngster Zeit nutzt die Künstlerin Kartierungstechno- logien wie Sonar-Ortung, Fernerkundung und Meeresboden-Scanning zur Erforschung von Strukturen in Meerestiefen. Sie untersuchte unter anderem die antike römische Stadt Baia, die aufgrund seismischer Akti- vitäten im Mittelmeer unter Wasser steht, und den Golf von Mexiko, wo im Labor gezüchtete Korallen zur Wiederherstellung von Ökosystemen eingesetzt werden, die durch wiederholte Ölunfälle geschädigt wurden.

In ihren Videoinstallationen verschränkt Škarnulytė dokumentarische Bilder mit Fiktion sowie die Vergangenheit mit der Gegenwart und Zukunft. Ihre Werke versetzen die Betrachter*innen in eine imaginierte, ferne Zukunft: Der Meeresspiegel ist gestiegen, die Menschen ver- schwunden, die Technologien unserer Zivilisation nur noch Ruinen. Protagonistin vieler Filme ist eine Meerjungfrau: Das mythische Wesen steht für eine mögliche posthumane Lebensform, die sich an den ver- änderten Lebensraum angepasst hat. In diesen meditativen Bildern wird die Einwirkung des Menschen auf die gegenwärtige und zukünftige Beschaffenheit des Erdsystems erfahrbar.

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Abbildung: Foto © Monika Penkute

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